Ehrgeiz, Motivation und Organisation sind laut Marco Paschek (32 Jahre, Jugendtrainer bei der LG Neckar Enz), die wichtigsten Elemente als Trainer für Kinder/Jugendliche. Mit 10 Jahren kam er in den Verein und mit 17 Jahren startete er als Leichtathletiktrainer durch. Bis zum Alter von 25 Jahren war er aktiver Athlet und galt sogar als Zehnkämpfer. Die Anfrage zum Jugendtrainer kam von der damaligen Leiterin und die Freude am Arbeiten mit Kindern war bei ihm sofort da. Um selbst Jugendtrainer zu werden, sollte man zuerst den sogenannten KiLa-Lehrgang (Kinderleichtathletik) absolvieren, bei dem man lernt, wie man Kindern die einzelnen Disziplinen wie Werfen, Springen und Laufen am besten beibringt. Natürlich kann man auch schon davor beim Training mit den Kleinsten mithelfen und dann erst richtiger Trainer werden. Die einzelnen Trainerlizenzen von C bis A geben hierbei einen Richtwert im Leistungssport. Dabei zählt C als niedrigste und A als höchste der drei Stufen. Je nach Verein werden die ehrenamtlichen Ämter bezahlt, wobei das nicht im Vordergrund stehen sollte. Zum Beispiel im Fußball werden Jugendtrainer oft besser bezahlt, da der Fußball einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft hat und die Leichtathletik als Randsportart gilt. Grundsätzlich kann man ca. 2000-3000 Euro pro Jahr ehrenamtlich in der Leichtathletik verdienen. Miteingeschlossen sind dabei die langen Wettkampfanfahrten und auch die ungewöhnlichen Trainingszeiten. Die Gründe, warum man Trainer werden möchte, sind aber oft individuell. „Ich möchte Kindern und Jugendlichen das ermöglichen, was ich auch mal hatte“, meint Marco Paschek in einem Interview und nennt damit sein wichtigstes Argument für das Ehrenamt. Denn als Trainer gibt man nicht nur etwas zurück, sondern man lernt auch etwas fürs Leben. Selbstbewusstsein, den Kontakt mit Menschen oder das Sprechen vor einer großen Gruppe, sind alles Sachen, die einem später im Leben weiterhelfen. Im Vordergrund steht aber immer noch der Spaß und vor allem der liebevolle Umgang mit Kindern. Negative Seiten gibt es laut Marco Paschek kaum. „Die Athleten sind für mich als Trainer der wichtigste Faktor“, stellt er klar und zeigt damit auch, welcher große Ehrgeiz hinter den Trainern steckt. Die Lust der Athleten auf das Training überträgt sich gleichzeitig also auch auf die Motivation der Trainer und spielt hiermit eine große Rolle. Der Weg zum Jugendtrainer bringt viele Schwierigkeiten mit sich, ist aber ein sehr wichtiger und wertvoller Prozess, denn als Jugendtrainer ist man nicht nur ein physischer Coach, sondern oft auch ein mentaler. Um die Jugendlichen bestens zu unterstützen, sollte man sich als guter Trainer folgende Fragen stellen: Wie bekomme ich einen guten Zugang zu den Athleten? Welche Unterstützung braucht der Athlet? Habe ich genügend Empathie?
Marco Paschek zeigt: Ein guter Trainer formt mehr als nur Athleten
Monja Wandel
