Bietigheim – Die Temperaturen steigen von Tag zu Tag. Bereits am frühen Morgen zeigt das Thermometer teilweise über 30 Grad Celsius und in den Klassenräumen der Realschule im Aurain wird es schnell noch heißer. In der letzten Juniwoche wurde mit 41,3 Grad Celsius der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Ventilatoren der Schülerinnen und Schüler laufen auf höchster Stufe, Fenster und Türen stehen offen, Fächer werden gebastelt – doch die warme Luft sorgt kaum für Abkühlung. Eine außergewöhnliche Hitzewelle stellt den Schulalltag auf eine harte Probe. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte müssen trotz der extremen Bedingungen lernen und arbeiten. Viele fragen sich, wie lange der Unterricht unter diesen Umständen noch sinnvoll durchgeführt werden kann.

Ein ungewöhnlich heißer Schultag

Schon beim Betreten des Schulgebäudes ist die Hitze deutlich zu spüren. Die Räume haben sich über Nacht kaum abgekühlt und heizen sich bereits am frühen Morgen weiter auf. Während der ersten Unterrichtsstunden versuchen sich die Schülerinnen und Schüler noch zu konzentrieren. Doch je höher die Sonne steigt, desto schwieriger wird es.

Im Mathematikunterricht wischen sich viele den Schweiß von der Stirn. Einige fächern sich mit ihren Heften Luft zu, andere trinken ständig Wasser. Die Lehrkräfte legen häufiger kurze Pausen ein, manche verzichten sogar auf den regulären Unterricht und passen ihre Stunden den Temperaturen an.

Auch auf den Fluren ist es kaum angenehmer. Die Luft wirkt stickig, und selbst kurze Wege zwischen den Klassenräumen werden anstrengend. Besonders betroffen sind die oberen Stockwerke, in denen sich die Hitze unter dem Dach staut.

Konzentration leidet unter der Hitze

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass hohe Temperaturen die Konzentration und Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen können. Das spüren auch die Schülerinnen und Schüler. Viele berichten, dass sie sich kaum noch auf die Aufgaben im Unterricht konzentrieren können. Fehler häufen sich, und selbst einfache Rechenaufgaben oder Texte erscheinen plötzlich kompliziert.

Die Lehrkräfte versuchen deshalb, ihren Unterricht anzupassen. Statt langer Vorträge setzen sie auf Gruppenarbeiten, kurze Lernspiele oder Wiederholungsaufgaben. Dennoch geht dadurch wertvolle Unterrichtszeit verloren, und neue Lerninhalte können oft nur eingeschränkt vermittelt werden.

Blick in die Zukunft

Ob die hohen Temperaturen auch in den kommenden Jahren zur Normalität werden, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen. Viele Fachleute gehen jedoch davon aus, dass Hitzewellen häufiger und intensiver auftreten werden. Deshalb wünschen sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte langfristige Lösungen, um den Unterricht auch an heißen Tagen angenehmer zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise Sonnenschutz an den Fenstern, bessere Belüftung oder klimafreundliche Kühlsysteme. Für den Moment hoffen alle vor allem auf kühlere Temperaturen, damit konzentriertes Lernen und erfolgreiches Unterrichten wieder ohne die Belastung durch die extreme Hitze möglich sind.

Von Sarah Rohm, Liana Ilin, Dionisios Siaperas und Alexandra Luft