Alfred-Amann-Gymnasium Bönnigheim Lehrer: Matthias Köhnlein
Klasse 9d
Autoren: Klara Diewald, Tristan Feil, Zoe Schulz
Zusatzinformation: Artikel und Foto wurde von der Pressestelle der Wilhelma und der Tierpflegerin Hanna Patane kontrolliert und freigegeben.
Traumberuf Tierpfleger: Ein Blick hinter die Kulissen der Wilhelma
Mitten im Zentrum Stuttgarts, im Stadtteil Bad Cannstatt, befindet sich umgeben von fahrenden Straßenbahnen, Hochhäusern und sich tummelnden Menschen der Zoologisch-Botanische Garten, die Wilhelma. Seit 1953 ist sie einer der größten Zoos Deutschlands und es lassen sich dort knapp 1200 unterschiedliche Tierarten bestaunen. Außerdem beschäftigt die Wilhelma rund 100 Tierpflegerinnen und Tierpfleger und bietet als artenreicher Zoo auch viele unterschiedliche Ausbildungsrichtungen für diesen Beruf an. Klara Diewald und Tristan Feil vom Alfred-Amann-Gymnasium in Bönnigheim interessieren sich schon lange für diesen Beruf. Die beiden Neuntklässler hatten nun die Gelegenheit, eine erfahrene Expertin zu interviewen. Hanna Patane arbeitet seit 19 Jahren in der Wilhelma und kümmert sich dort hauptsächlich um die facettenreiche Vogelwelt. Die beiden Schüler haben Besucher der Wilhelma zu ihren Eindrücken befragt und konnten von Hanna Patane mehr über ihren Werdegang und ihren Berufsalltag erfahren.
VON BÖNNIGHEIM NACH BAD CANNSTATT
In der Neckar-Enz Region ist die Wilhelma der größte Zoo in der Nähe und bietet jährlich Ausbildungsplätze an. Aufgeteilt in unterschiedliche Zonen kann man von australischen Kleintieren, afrikanischen Elefanten bis hin zu den Pinguinen von Hanna Patane jegliche Tiere finden. Neben der Vogelwelt gibt es noch einige weitere Teile der Wilhelma. Insgesamt wurden mehrere spezielle Klimalandschaften in dem Zoologisch-Botanischen Garten gestaltet, darunter die Terra Australis, das Aquarium, die botanischen Anlagen und Freiluftterrarien. Viele Besucher zieht es genau wegen dieser Vielfalt in die Wilhelma.
BESUCHER STIMMEN
Aus diesem Grund zieht es auch Susanne aus Feuchtwangen in Mittelfranken in den Stuttgarter Zoo. Die 61-jährige und ihr Mann sind zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder nach Bad Cannstatt gereist, um alte Erinnerungen aufleben zu lassen. Sein Lieblingstier sei aber dennoch der Zapfhahn, scherzt ihr Mann.
Eine regelmäßige Besucherin ist Marina. Sie lebt mit ihrer Familie in Stuttgart und hat eine Jahreskarte. Mit Mann und Kind freut sie sich besonders auf das Affenhaus, denn es hebe die Wilhelma von anderen Zoos ab.
Alte Erinnerungen möchte auch der 27-jährige Tobias aus Tübingen erwecken. Er habe viele Kindheitserinnerungen an die Wilhelma und besuche gerne die Raubtiere oder auch das Insektarium mit den bunten Schmetterlingen. Neben dem Insektarium ist im unteren Parkteil außerdem das Amazonienhaus zu finden. Beide Häuser sind durch ihre botanische, internationale Vielfalt bei den ca. 1,8 Millionen jährlichen Besuchern sehr beliebt.
Auch eine Familie aus Winnenden interessiert die botanische Anlage. Oma Ute möchte ihrem Enkel die Tierwelt zeigen und freut sich schon auf das kommende Elefantenhaus, welches sich aktuell im Bau befindet. Bis 2030 soll es stehen und darin insgesamt bis zu 14 Elefanten gehalten werden können. Auch wenn Melina und Richard direkt in Stuttgart leben, ist es für ihn der erste Besuch in der Wilhelma. Er freue sich aber auf die Erdmännchen verrät er und für sie wiederum sei der jährliche Christmas Garden ein absoluter Höhepunkt.
TIERPFLEGERIN HANNA UND IHR ALLTAG
Neben besagten botanischen Terrarien ist die Vogelwelt in Richtung Ausgang zu finden. Emus, Flamingos, Brillenpinguine und rote Ibisse werden hier von den für die jeweilige Zone verantwortlichen Tierpflegerinnen und Tierpflegern betreut. Bereitwillig erzählt die 38-jährige Hanna Patane den beiden Bönnigheimer Schülern von ihrem beruflichen Werdegang. „Nach einem Praktikum in einem Tierheim“, so Patane, „wusste ich, dass ich unbedingt einen Beruf machen wollte, der mit Tieren zu tun hat.“ Mit 19 Jahren begann sie dann ihre Ausbildung zur Tierpflegerin in der Wilhelma. Der Weg dorthin war aber „gar nicht so einfach“, ergänzt sie. In der Wilhelma selbst werden jährlich nur drei bis vier Auszubildende aus einer Vielzahl von Bewerberinnen und Bewerbern angenommen. „Wer hier arbeiten will, muss sich wirklich für Tiere interessieren“, unterstreicht die Tierpflegerin. Zudem rät sie dazu, ein entsprechendes Praktikum vor der Jobbewerbung zu machen. So bekäme man nicht nur gute Einblicke in den Beruf, sondern erhöhe auch seine Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Sie betont noch: „Man muss hart arbeiten und sich anstrengen und sich gut über den tatsächlichen Beruf informieren.“
Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie sieben Jahre lang bei den Aquarien, danach bei den afrikanischen Huftieren und mittlerweile ist sie bei den Vögeln tätig. Sich ein Tier direkt aussuchen könne man nicht, das sei von der angebotenen Stelle und den eigenen Vorerfahrungen abhängig. In der Ausbildung wird man allerdings für die Betreuung jedes Zootieres ausgebildet. „Mit einem ersten Blick auf die Tiere beginnt der Arbeitstag eines Tierpflegers, um nach dem Rechten zu sehen“, beschreibt sie ihren Tagesbeginn. Anschließend gehe es weiter zur Fütterung und Reinigung der Gehege. „Der Job besteht zu 80 Prozent aus Putzen“, lacht Patane. Eine normale Schicht gehe von 07:00 bis 16:00 Uhr.
Der Beruf der Tierpfleger ist sehr vielseitig, aber auch anspruchsvoll. Die Arbeit mit Tieren muss einem Spaß machen und in großen Zoos wie in der Stuttgarter Wilhelma sollte man für Vogelspinnen, Gorillas und alles zwischendrin gewappnet sein. Eine Aufgabe, der sich Klara Diewald und Tristan Feil aus Bönnigheim gerne stellen würden.

